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Pflegephilosophie

Pflegephilosophie
Folgende Begriffe prägen die Philosophie und Haltung der Pflegedienstmitarbeitenden bei ihrer täglichen Arbeit.

Reaktivierende Pflege nach Erwin Böhm
Oberstes Ziel der Böhmschen Pflegephilosophie ist die psychische Wiederbelebung ("Reaktivierung") des alten Menschen, die maximale Förderung seiner noch vorhandenen Ressourcen und Anerkennung seiner psychobiographisch gewachsenen Identität. Die Pflege und Betreuung ist darauf ausgerichtet, den vom Bewohner als „normal“ empfundenen Lebensumstand zu erreichen und möglichst weiter leben zu können. Diese „Normalität“ ist abhängig von Faktoren wie Herkunft (sozial, kulturell), Familie, Beruf, Hobbys, Freunde und Bekannte, die seine Lebenserfahrung ausmachen

Slow Stream-Rehabilitation
Der Begriff Slow-Stream-Rehabilitation wird im Zusammenhang mit einer langsamen Förderung im geriatrischen Bereich verwendet. Diese Form der Rehabilitation setzt bei der erfolgreichen Bewältigung von Alltagsaufgaben an und muss kontinuierlich erfolgen. Sie ist damit nicht direkt an Krankheitsbilder oder ärztliche Diagnosen gebunden sondern stellt vielmehr ein langfristiges Angebot qualitativ hochwertiger und umfassender Pflege im Alter dar.
Der Geriater Hans Peter Meier-Baumgartner prägte den Begriff der „Slow-Stream-Rehabilitation“ als ein neues Verständnis der pflegerischen Bemühungen in Einrichtungen für das Wohnen und Leben im Alter.

Palliative Care (Definition nach WHO)
Palliative Care entspricht einer Haltung und Behandlung, welche die Lebensqualität von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie ihren Angehörigen verbessern soll, wenn eine lebensbedrohliche Krankheit vorliegt. Sie erreicht dies, indem sie Schmerzen und andere physische, psychosoziale und spirituelle Probleme frühzeitig und aktiv sucht, immer wieder erfasst und angemessen behandelt.
Palliative Care:

  • lindert Schmerzen und andere belastende Beschwerden
  • unterstützt den Patienten darin, so lange wie möglich aktiv zu bleiben
  • integriert psychische und spirituelle Aspekte
  • bejaht das Leben und erachtet das Sterben als normalen Prozess
  • will den Tod weder beschleunigen noch verzögern
  • unterstützt Angehörige, die Krankheit des Patienten und die eigene Trauer zu  verarbeiten
  • ist Teamarbeit, um den Bedürfnissen von Patienten und Angehörigen möglichst gut gerecht zu werden
    kann frühzeitig in der Erkrankung angewendet werden, in Kombination mit lebensverlängernden Massnahmen wie beispielsweise Chemo- und Radiotherapie. Sie beinhaltet auch die notwendige Forschung, um Beschwerden oder klinische Komplikationen besser verstehen und behandeln zu können

Pflege und Betreuung bei Menschen mit Demenz

Validierende Haltung bei psychischen Veränderungen
Validation beschreibt eine empathische, bestätigende und wertschätzende Umgangsweise mit herausforderndem Verhalten. Zugrunde liegt die Annahme, dass jedes Verhalten eine Bedeutung hat, z.B. Ausdruck von Gefühlen oder Resultat der Krankheitsverarbeitung ist. Die erkrankte Person wird ganzheitlich wahrgenommen. Validation ist eine Methode, um den Zugang zu dementen, verwirrten und alten Menschen zu ermöglichen. Sie

  • beinhaltet eine bestimmte Form des Eingehens und Reagierens auf die Verhaltensweisen und Äusserungen verwirrter bzw. dementer Menschen
  • umfasst eine Grundhaltung, die den alltäglichen Umgang mit dementen Menschen bestimmen kann
  • kann in belastenden Situationen Spannungen reduzieren und Beziehungen ermöglichen.

Pflegeleitbild
Der täglichen Arbeit der Mitarbeitenden im Pflegedienst liegt ein Pflegeleitbild zugrunde.